Gehörlosenalarmierung

In anderen Ländern schon vielfach Pflicht, in Deutschland leider bisher nur vereinzelt zu finden: Die Ausgabe von speziellen Funkruf-Empfängern für Gehörgeschädigte in kommunalen Einrichtungen, Warenhäusern oder Einkaufszentren. In diesen Gebäuden gibt es Ausgabestellen, in denen Hörgeschädigte kostenlos für die Dauer des Aufenthaltes dieses Gerät erhalten können. Im Falle eines Brand- oder Katastrophenalarms erfolgt die Information über dieses Medium, da die akustischen Alarmierungssysteme für diesen Personenkreis nicht geeignet sind.

Dieser Funkruf-Empfänger ist natürlich nur ein Teil einer Informationskette. Über einen Kontakt oder einer Datenschnittstelle wird die Brandmeldeanlage oder das Gebäude-Überwachungssystem angeschlossen. Im Falle eines Alarms erfolgt dann sofort eine Meldung an das Informationssystem. Dort ist exakt erfasst, wer in diesen Fällen eine Nachricht mit entsprechendem Inhalt erhalten soll.

Die Funk-Übermittlung dieser Nachricht erfolgt in nahezu allen Fällen als Gruppenruf. Selbst der in diesen Fällen übliche sehr laute und lange Signalisierungston ist für Hörgeschädigte häufig nicht wahrnehmbar. Der Empfang der Alarmmeldungen wird jetzt durch ein zusätzlich eingebautes Vibrationsmodul unterstützt. Auch die Ansprechdauer dieses Moduls ist programmierbar.

Auch alle anderen Eigenüberwachungs-Funktionen des Funkruf-Empfängers werden durch das Vibrations-Modul unterstützt. So wird z. B. eine nachlassende Batteriespannung zusätzlich durch das Vibrations-Modul unterstützt. Auf dem Display ist dann die Batterie-Warnung als Textinformation zu erkennen.

Jedoch nicht nur in öffentlichen Gebäuden sind diese Systeme im Einsatz. In vielen Unternehmen arbeiten Mitarbeiter mit Hörschädigungen. Auch dort wird von den Betroffenen ein Brand- oder Katastrophenalarm nicht wahrgenommen und verbleiben daher am Arbeitsplatz.

In diesen Fällen versucht man mit Hilfe der Integrationsämter (www.integrationsaemter.de) Lösungen zu finden. In vielen Fällen wurden Multitone-Systeme nur für diesen Personenkreis errichtet. Der Aufwand ist je nach Anzahl der mobilen Funkruf-Empfänger und nach Gebäudegröße (notwendige Sender) sehr unterschiedlich. Zu berücksichtigen ist auch die Art der Anschaltung mit der Brandmelde-Anlage (Kontakt oder Datenschnittstelle).